Künstlerische Werkstätten der Neuköllner Schulen 2020 an der ESN

How dare you?

An vier Tagen nach den Winterferien konnten sich SchülerInnen aus der 7. und 9. Klasse intensiv mit dem Thema Kunst und Klimawandel auseinandersetzen.

Inspiriert ist die Werkstatt von der bemerkenswerten Kunstaktion des Madrider „Museo del Prado“ und des WWF, das in vier Kunstwerke iberischer Gemälde den Klimawandel miteinbezogen hatte. Anlass war die Klimakonferenz (COP25) im Dezember 2019, denn die veränderten Kunstwerke sollten auf die globale Erwärmung aufmerksam machen und die Folgen der Klimakrise aufzeigen.

So suchten sich in der Werkstatt die SchülerInnen nun auch ein bekanntes Kunstwerk eines Künstlers aus und bezogen auch hier den Klimawandel, Umweltverschmutzung und Naturkatastrophen mit ein.

Zuerst malten und collagierten sie in ihre Vorlagen und probierten aus, fanden Themen, diskutierten, wägten ab und suchten nach einem geeigneten Ausdruck für ihr verändertes Bild. Anschließend übertrugen sie ihre Vorlage auf eine großformatige Leinwand und malten mit viel Ausdauer und hoher Motivation mit wasserlöslichen Öl- und Aquarellfarben ihre Bilder.

Gekrönt wurde die Arbeit mit einer sehenswerten Ausstellung im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt. Dort hängen die beeindruckenden Werke der SchülerInnen nun.

Die Botschaften sind eindeutig:

So brennt der Birkenweg der Villa Liebermann, van Goghs Sternennacht ist überzogen von Löschflugzeugen, Klees Goldfisch ist in einer Plastikflasche gefangen, Monets Seerosenteich und Constables Stonehenge sind vermüllt, Munchs Schrei wird von einem Tornado heimgesucht, Spangenbergs Uferstraße ist überschwemmt, Kirchners Brandenburger Tor steht unter Wasser, der berühmte Wanderer von Caspar David Friedrich blickt nun gedankenverloren in eine zerstörte Landschaft, die die Schneelandschaft von Kayser schmelzen lies.

Miriam Jansen

Gospelprojekt, 11. Klassen

– Wie soll ein Schuljahr beginnen? Natürlich mit viel Lernen, damit die Schüler gleich merken, dass es auf das Abitur zugeht.
Puh, wie langweilig!

– Also noch einmal: Wie soll ein Schuljahr beginnen? Natürlich mit viel Spaß, damit die Klassen sich erst einmal kennenlernen und eine Gemeinschaft werden.

– Wie passt beides zusammen?

–> Mit dem Gospelworkshop von John-Francis Hoffmann und David Jeddman, zwei professionellen Musikern.

Von Montag bis Freitag, jeweils von 9.00 bis 13.00 Uhr wurde gelernt (Musik, Religion und Darstellendes Spiel) und gelacht (gute Laune und viel gemeinsamen Spaß).

Am Ende stand ein beeindruckendes Gospelkonzert für Schüler und Eltern, in dem sogar ein neu entdecktes Talent aus der Grundschule sein Können präsentierte.

Wir freuen uns jetzt schon auf den nächsten Gospelworkshop!
M. Witt

Abgedreht – Filmprojekt der Klasse 5a

Als nach den Sommerferien ein Mädchen unserer Klasse vorschlug, am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teilzunehmen, waren alle begeistert. Schnell war uns klar, dass wir einen Film im Format der Kindernachrichtensendung Logo drehen wollten. Die meisten von uns schauen regelmäßig diese Sendung und so erschien es spannend, eigene Kindernachrichten zu gestalten. Weil keiner von uns bisher einen Film gedreht hatte, nahmen wir Kontakt zu dem Bildungszentrum „die gelbe Villa“ in Kreuzberg auf. Dort leiteten uns andere Kinder, die so genannten „gelben Zitronen“, nachmittags an, Filme zu drehen und ein Studio einzurichten. Auch einen Teil des Equipments liehen wir dort aus.
Die Berliner Mauer war ein Thema, das uns interessierte und die Stadt Berlin wegen der Feierlichkeiten gerade beschäftigte. Wir versuchten die historischen Hintergründe zu verstehen und drehten Erklärfilme, interviewten Zeitzeugen und filmten die Bänder, die wir vor den Herbstferien beschriftet hatten und die nun als Installation am Brandenburger Tor hingen. Wir wollten aber auch über andere Themen berichten, für die wir uns engagierten. Einige von uns hatten an den Fridays-for-Futures-Demonstrationen teilgenommen, andere hatten T-Shirts gedruckt und verkauft, um das Geld dem WWF zu spenden und damit bedrohten Berggorillas zu helfen, wieder andere engagierten sich in einem Mädchenfußballteam.

Nun begannen wir in Gruppen zu recherchieren. Heike, eine Medienpädagogin, kam zusätzlich für einige Stunden in die Schule und erklärte uns, wie man ein Storyboard zeichnet und was man beim Einsprechen der Texte und beim Filmen beachten sollte. Für unsere Legefilme und den Studiohintergrund malten wir Bilder, die wir abfotografierten. Es war nicht immer einfach, die dazugehörigen Texte fehlerfrei einzusprechen. Es konnten auch nicht alle, die wollten, Moderatoren werden. Daher führten wir ein „Moderatorencasting“ durch und stimmten in geheimer Wahl ab. Das Studio bauten wir für drei Tage in der Schule auf. Alle Dreharbeiten machten uns sehr viel Spaß, sie waren aber auch herausfordernd. Für die Interviews im Fußballverein brauchten wir Drehgenehmigungen. Bei der Straßenumfrage mussten wir uns überwinden, wildfremde Menschen anzusprechen und sie freundlich für ein Interview zu gewinnen. Manchmal vergaßen wir auch, den Ton mitlaufen zu lassen. Wir gewöhnten uns deshalb an feste Abläufe: Ton läuft, Kamera läuft und Action!
Wir finden es toll, dass wirklich jedes Kind aus der Klasse zu diesem Film beigetragen hat. Wir haben gelernt, dass Filmarbeit am besten in einem großen Team gelingt. Manche von uns standen vor der Kamera, andere dahinter. Wir wechselten uns ab. Mal war der eine, mal die andere Regisseurin, Ton- oder Kameramann bzw. Kamerafrau. Am Ende sind wir sehr stolz darauf, dass wir alles selbst gedreht haben. Auch die Musik ist selbst gespielt. Wir wissen jetzt aber auch, wie viel Arbeit hinter den Filmen steckt, die wir so gerne sehen. Und dabei haben wir den Film noch nicht einmal selbst geschnitten. Glücklicherweise hatten wir Cutter in der Elternschaft, die am Ende das Material zu einem Film zusammenfügten.

Hier geht´s zum Film.

 

Teamteaching mit Geige und Bogen

Die Rabenklasse durfte unter fachkundiger Anleitung einen ganzen Schulvormittag die Geige ausprobieren. Spielerisch, in Partnerarbeit, mit viel Fantasie und Bewegung, lernten die Kinder Grundlagen von Haltung und Handhabung kennen. Sie musizierten mit viel Freude auf leeren Saiten zu verschiedenen Rhythmen und Liedern. Klavier, Bodypercussion, Singen und Trommeln ergänzten das Klassenarrangement. Zum Schluss bekam jedes Kind eine Urkunde und durfte am Abschlusskonzert für eine Parallelklasse mitwirken.

Herzlichen Dank an die Kolleginnen Frau Schulze, unsere neue Musiklehrerin, und Frau Gemmeker, Geigenlehrerin von der Musikschule, für die Bereitschaft, diesen Tag mit uns zu gestalten und für ihr zugewandtes Engagement. Dank auch an die Musikschule Paul-Hindemith, die uns einige der Geigen zur Verfügung stellte, sowie an den Förderverein der ESN für die finanzielle Unterstützung.

Die Raben kommentierten den Tag mit: „Das war cool, könnten wir jetzt öfter machen!“

Text: Gabriele Kind, Fotos: Petra Maciejewski

30 Jahre Mauerfall – Zeitzeugenberichte

Mit viel Engagement gestalteten die Schülerinnen und Schüler der siebten bis zehnten Klasse Zeitzeugenberichte zum Mauerfall am 9. November 1989. Interviewt wurden Eltern und Großeltern, Onkel und Tanten. Sogar völlig Unbekannte waren bereit, über ihre Erfahrungen und Erlebnisse rund um die Grenzöffnung zu berichten. Die entstandenen Texte wurden anschließend teils mit großem Aufwand ausgestaltet.

Bei der Eröffnung der Ausstellung könnten sich die Schülerinnen und Schüler in der Aula spielerisch nochmals mit dem Thema auseinandersetzen und wählten zudem die drei besten Werke.

Zu sehen sind die Interviews im 1. Stock der ESN noch bis zum Weihnachtsbasar am 13. Dezember.

Deine Vision im Himmel über Berlin

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls beteiligten sich 100 Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte der Evangelischen Schule Neukölln an einer großen Kunstinstallation, organisiert von “Kulturprojekte Berlin”. Unter dem Motto “Deine Vision im Himmel über Berlin” diskutierten und beschäftigten sie sich mit den Fragestellungen: Was sind deine Visionen? Was sind deine Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft?

In Anlehnung an die Demonstrationstransparente der Friedlichen Revolution wurden auf farbigen Bändern Wünsche und Botschaften notiert. Diese werden nun gemeinsam mit ca. 30 000 Botschaften in ein sogenanntes Skynet eingewebt, für das der Künstler Patrick Shearn von “Poetic Kinetics” weltweit bekannt ist. Ab dem 04. November 2019 wird die Kunstinstallation während der Festivalwoche über der Straße des 17. Juni schweben. Am Abend des 9. November bildet sie dann die Kulisse für die große Bühnenshow am Brandenburger Tor.

2019 – Ein sehr gutes Bienenjahr

Während sich die meisten ESN-Bienenvölker noch am Überwinterungsstandort am Müggelsee befanden, startete die Bienen-AG Mitte April mit einer Königinnenzucht. Nach dem Schlupf der neuen Königinnen am 6. Mai blieb es aber erst einmal so kühl, dass diese sich nicht auf den Verpaarungsflug wagten. Als es dann endlich wieder wärmer wurde, klappte es bei den meisten Ablegern auch mit der Verpaarung.
Nach der leider nur mäßigen Frühjahrsernte Anfang Juni brachten wir die Völker vom Müggelsee zurück an die Schule. Während die Bienen im vergangenen Sommer wegen der extremen Trockenheit kaum Lindennektar sammeln konnten, war die Witterung zur Zeit der Lindenblüte in diesem Jahr perfekt, sodass die Bienen eine rekordverdächtig große Menge Sommerhonig eintrugen.
Nach der Sommerernte am 3. August haben wir die Völker geteilt und mit den Flugbienen und den neuen Königinnen aus der Königinnenzucht noch neue Jungvölker erstellt.
Insgesamt blicken wir also auf ein sehr erfreuliches Bienenjahr zurück und müssen nun durch Fütterung und die Behandlung gegen die Varroa-Milbe dafür sorgen, dass die ESN-Bienenvölker wieder gut überwintern.
Die beiden Honigsorten des 2019er Jahrgangs sind wie immer beim Hausmeister Bernd Hinrichs verfügbar und werden auch auf den Schulveranstaltungen angeboten.

Text: Dr. Caspar Schöning, Fotos: Lea Scheffel, Dr. Caspar Schöning

Europa in der ESN

Auch in der Ev. Schule Neukölln war und ist das Thema Europa aktuell. Wie können wir unseren Schüler*innen ein demokratisches, wertebasiertes und weltoffenes Europa näher bringen? Nur das geeinte Europa kann Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit bieten. Die dazugehörenden Themen wie Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel etc.  stehen immer wieder im Mittelpunkt unseres Unterrichtes.

Zum diesjährigen Europa – Tag 2019 wurden die Klassen aufgefordert, ein Foto oder eine Fotocollage  dazu zu gestalten.

Von mehreren eingereichten Arbeiten wurden folgende Klassen durch eine Jury ausgewählt:

  1. Platz: Klasse 4 a mit den Klassenlehrerinnen Frau Ghattas und Frau Rogoll
  2. Platz: Klasse 6b mit den Klassenlehrerinnen Frau Travers und Frau van der Linden
  3. Platz: Klasse 8a mit der Klassenlehrerin Frau Scheffel und dem Klassenlehrer Herr Miller.

Wir gratulieren sehr herzlich und freuen uns, dass das Thema Europa so kreativ und mit viel Freude umgesetzt wurde.

J.Speer

Erasmus+Koordinatorin

“Von guten Mächten wunderbar geborgen”

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Dieses Lied des Theologen Dietrich Bonhoeffer, welches er im Dezember 1944, von den Nationalsozialisten inhaftiert, verfasste, eröffnete am 13. und 14. Dezember 2018 zwei Schulaufführungen, in denen 70 Jahre Schulgeschichte in einer abwechslungsreichen Revue dargeboten wurden.

Die Revue machte deutlich, wie sehr die Schulgeschichte mit der Geschichte der Stadt, der Geschichte Neuköllns verwoben ist. Lebendig wurde dies durch kurze Filmsequenzen, in denen Zeitzeugen zu Wort kamen, darunter einige Lehrerinnen und Lehrer, die schon seit vielen Jahren an der ESN unterrichten und einige, die die Schule bereits als Schüler besucht hatten. Auch der „Geist der ESN“ meldete sich zwischendurch aus dem Hintergrund, hatte stets den Durchblick und beantwortete Fragen, so dass das Publikum beim Gang durch die Geschichte nie den Roten Faden verlor.

Die ersten Szenen zeigten, unter welch schwierigen Bedingungen Unterricht in der Nachkriegszeit vom Lärm der Rosinenbomber unterbrochen stattfand, wie aber auch die Löcher in den Wänden von den Kindern kreativ genutzt wurden, um sich gegenseitig wichtige Nachrichten für die nächste Klassenarbeit zukommen zu lassen.

Dass eine Schülerin, die es wagte, 1966 mit einem Minirock in der Schule zu erscheinen und deswegen vom Unterricht suspendiert wurde, die Schule zu einem Thema in einer großen Boulevardzeitung machte, erstaunt aus heutiger Sicht und brachte das Publikum ebenso zum Schmunzeln wie eine Szene, in der sich eine Familie aus Ostdeutschland nach dem Mauerfall in der Karl-Marx-Straße wiederfand und begann den Westen zu erkunden. Mit Humor betrachtete man auch die ein oder andere Schulreform.

Dass im Laufe der Schulgeschichte bezüglich der Räume immer neue Lösungen gefunden und diese optimiert werden mussten, machte eine Szene zum JÜL-Neubau klar. Und natürlich waren auch die Räume in der Schillerpromenade und die damit verbundenen Schwierigkeiten ein Thema, das humorvoll verpackt den Wunsch nach einer dauerhaften Lösung transportierte.

Erkennbar wurde auch das musikalische Leben der ESN: Mit viel Engagement sangen der JÜL- und Juniorchor sowie die Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe und auch drei Tanzdarbietungen bereicherten das Programm und sorgten für anrührende Momente. Am Ende spielte ein Orchester, das sich aus Schülern, Eltern und Lehrern zusammensetzte, während noch einmal Bilder der Schulgeschichte „Revue passierten“. Aber nicht nur die Darsteller auf der Bühne aus den Klassen 1 bis 13 waren der Grund für das Gelingen dieses Projektes. Ohne den großen Einsatz des 12. Jahrgangs, der sich um Aufbau und Technik kümmerte, wäre ein reibungsloser Ablauf an den beiden Abenden nicht möglich gewesen. Ebenso sei das große und für die Schule charakteristische Engagement der Kolleginnen und Kollegen erwähnt. Sie machten diese Revue zu einem wunderbaren Gemeinschaftserlebnis mit 313 Mitwirkenden!

„Von guten Mächten wunderbar geborgen“ sang die Schulgemeinde am Ende des Abends feierlich und blickte zuversichtlich auf die kommenden 70 Jahre ESN.

Die U18-Wahlen an der ESN

An der ESN hat im Mai die U18-Wahl für die Europawahl 2019 stattgefunden. Teilgenommen haben der 11. und 12. Jahrgang. Das Wahlkomitee bestand aus Schülerinnen und Schülern des Politikkurses des 11. Jahrgangs von Herrn Leyers.

Vorbereitend fand in unserer Schule im April ein Projekttag statt, an dem sich die Schüler intensiv mit den Parteien und den dazugehörigen Parteiprogrammen auseinandersetzen konnten. Die Schüler haben daher sehr engagiert gewählt und es gab von ihrer Seite aus sehr positive Resonanz. Sie waren froh darüber, ihre Interessen zu aktuellen, wichtigen politischen Themen offiziell vertreten zu können.

Hier geht´s zu den Wahlergebnissen.