Der Abschluss des Schuljahres ist geprägt vom plötzlichen Tod unseres stellvertretenden Schulleiters Oliver Heimrod, der am Abend des 22. Juni völlig überraschend verstorben ist.

In einer bewegenden Trauerandacht, die von Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen sowie von Diakon Kalle Lange gestaltet wurde, hat die Schulgemeinschaft am Freitag, den 26.6.26, seiner gedacht.

Die Rede des Schulleiters Herr Knauer-Huckauf:

“Liebe Schulgemeinde,

was für ein Gegensatz. Wir haben uns heute hier versammelt – bei herrlichem Wetter, wenige Tage vor den Ferien. Die letzten Schultage sind geprägt von Fahrten, Projekten und der Vorfreude auf die Sommerferien.

Doch der Anlass, der uns heute zusammenführt, ist ein anderer. Er erfüllt uns mit Trauer und Fassungslosigkeit. Am Montagabend, kurz nachdem Herr Heimrod von der Schule nach Hause gekommen war, hat sein Herz aufgehört zu schlagen.

Wir wollen heute gemeinsam innehalten und unserer Trauer, unserem Schmerz und unserer Bestürzung Ausdruck verleihen.

Oliver Heimrod war ein außergewöhnlicher Pädagoge.

Er setzte sich mit großem Engagement für seine Schülerinnen und Schüler ein – als Klassenlehrer, Tutor und Fachlehrer. Er hatte stets eine besondere Idee für seinen Unterricht, konnte beeindruckende Tafelbilder gestalten und verstand es, Euch für sein Fach zu begeistern.

Er war ein geschätzter Kollege, der jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. Er engagierte sich als Kollege bei unseren Schulrevuen  und brachte die Technik zum Laufen. Er brachte besonders den Fachbereich Chemie entscheidend voran und war besonders für unsere jüngeren Kolleginnen und Kollegen ein verlässlicher Mentor, dessen Erfahrung und Unterstützung sie sehr schätzten.

Als stellvertretender Schulleiter prägte er unsere Schule auf vielfältige Weise. Er kannte jeden Raum, jede organisatorische Besonderheit und war immer offen für neue Ideen. Viele Dinge, die unsere Schule heute auszeichnen – vieles, weshalb ihr gerne hierher kommt –, daran hat er mitentwickelt, es ermöglicht und getragen.

Die Arbeit eines stellvertretenden Schulleiters geschieht oft im Hintergrund. Man sieht sie nicht immer. Aber ohne sie funktioniert eine Schule nicht. Als Mitglied der Schulleitung war Oliver Heimrod an allen wichtigen Prozessen beteiligt. Er bereicherte sie mit großer Sachkompetenz, Weitblick und – ganz besonders – mit seinem Humor. Sein Stuhl im Leitungsteam bleibt jetzt leer. Er wird uns fehlen – seine Stimme wird uns fehlen.

Für mich persönlich war er weit mehr als ein Stellvertreter. Er hielt mir den Rücken frei. Gemeinsam haben wir viele Herausforderungen und Krisen bewältigt. Die Sanierung unseres Schulgebäudes war organisatorisch ein Albtraum. Herr Heimrod hat diese Aufgabe mit beeindruckender Ruhe, Übersicht und Ausdauer gemeistert.

Noch in der vergangenen Woche saßen wir gemeinsam mit den Architekten zusammen, um die letzten Abstimmungen für unseren Schulneubau zu treffen. Er war wie immer hervorragend vorbereitet. Gemeinsam konnten wir die letzten offenen Fragen klären, sodass der Bauantrag nun in der kommenden Woche eingereicht werden kann.

Was viele dabei nicht sehen, ist das Pensum, das vor einem solchen Termin lag: Bereits ab 6.30 Uhr hatte Herr Heimrod die Vertretungsplanung organisiert. Danach nahm er an Unterrichtshospitationen der Senatsverwaltung teil, hielt eine Geburtstagsansprache für einen Kollegen, übernahm für mich die Vorkonferenz des Abiturs, weil ich noch in einer Staatsexamensprüfung gebunden war. Erst danach konnten wir gemeinsam kurz etwas essen, bevor der Termin mit den Architekten begann.

So war er an diesem Tag mehr als zehn Stunden im Dienst.

Für Oliver Heimrod war das nichts Besonderes. Es war für ihn selbstverständlich.

Für viele von uns – und auch für mich – war er nicht nur Kollege, sondern auch ein Freund.

Ich habe seine Großzügigkeit, seine Großherzigkeit und seine Menschlichkeit sehr geschätzt. Er war ein Mensch, der das Leben liebte. Er genoss die Natur, das Motorradfahren, das Radfahren und den Sport. Er konnte sich an kleinen Dingen freuen und hatte die besondere Gabe, auch in schwierigen Situationen den Humor nicht zu verlieren. Das half.

Vor allem aber war er Ehemann und Vater.

Er hinterlässt seine Frau Alex, die er an unserer Schule kennengelernt hatte, und seine Tochter Anouk, die im vergangenen Jahr an unserer Schule ihr Abitur abgelegt hat. Er war von unserer Schule überzeugt und wusste, dass seine Tochter hier gut aufgehoben war.

Wenn Herr Heimrod heute sehen könnte, wie unsere Schulgemeinde zusammensteht, wie selbstverständlich alle füreinander da sind und Verantwortung übernehmen, dann wäre er stolz auf uns. Stolz auf euch.

Sein Tod hinterlässt eine Lücke, die wir nicht schließen können.

Wir werden ihn nicht vergessen.

Wir werden ihn als Menschen in Erinnerung behalten: als engagierten Lehrer, als geschätzten Kollegen, als verlässliches Mitglied der Schulleitung, als Freund – und als einen Menschen, der unsere Schule nachhaltig geprägt hat.

Sein Wirken bleibt. In unserer Schule. Und in unseren Herzen.

Vielen Dank.”

Der Text der Rede der Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Biologie von Herrn Heimrod:

“…Uns allen fällt es immer noch sehr schwer zu begreifen, was diese Woche passiert ist, wie ein so geschätzter Lehrer so plötzlich von uns gehen konnte,

trotzdem versammeln wir uns heute, gemeinsam als Schulgemeinde, um an Oliver Heimrod zu denken. Heute denken wir an einen Menschen, der für uns weit mehr war als nur ein Lehrer, er hat uns Schülern nicht nur Wissen vermittelt,

sondern er hat jeden einzelnen von uns wahrgenommen, an uns geglaubt,

und uns Hoffnung und Mut geschenkt. Er war immer hilfsbereit und hatte für jeden ein offenes Ohr, selbst wenn es Probleme gab, die über den Schulalltag hinausgingen.

Als stellvertretender Schulleiter hatte er nur begrenzt mit der Schülerschaft zu tun,

doch vielleicht erinnern sich trotzdem einige von euch an ein Lächeln,

an einen guten Rat, oder an eine lustige Bemerkung, denn die hatte er immer parat.

…Wir als sein LK-Kurs haben noch einige besondere Erinnerungen an ihn:

Wir erinnern uns an Heimrods guten Kaffee.

Wir erinnern uns an die unzähligen Plakate,

die wir im Unterricht zu jedem kleinen Thema gemacht haben.

Wir erinnern uns an seine Tafelbilder,

die er mit zahlreichen eigenen Zeichnungen aufgehübscht hat,

um sie besonders einzigartig zu gestalten.

Wir erinnern uns an die kleinen politischen Debatten,

die er mit uns in den Pausen und teilweise auch in den Stunden geführt hat.

Wir erinnern uns an die Pausen,  in denen wir uns über unsere Schulprobleme aufgeregt haben und er daraufhin nur zu uns gesagt hat „Mimimi, das Leben ist soo unfair”, aber auf diese nette, für ihn so typische Art und Weise.

Wir erinnern uns an seine lustigen Beispiele aus dem Unterricht, in denen wir teilweise selber vorkamen, durch die er den Unterrichtsstoff verständlicher und für uns unvergesslich gemacht hat.  Wir erinnern uns daran, dass er immer, wenn ihm eine unserer Antworten zu unpräzise war, mit dem Wort „Feuerwehrauto“ geantwortet hat. Denn das war seine Art, um uns zu vermitteln, dass unsere Antwort genau so schwachsinnig war wie das einzelne Wort Feuerwehrauto  und wir mal wieder kompletten Schwachsinn erzählen.

Wir erinnern uns an die vielen Pläne die wir noch mit Ihm hatten:

Wie wir jedes mal nach den Stunden zu ihm “Tschüssi, Herr Heimrod” gesagt haben, in der Hoffnung, er würde es sich über die Zeit selbst angewöhnen “Tschüssi” statt “Tschüss” zu sagen. Das wir die Hoffnung hatten irgendwann seinen Spitznamen “Heimi” auch in seinem Beisein zu benutzen und mit ihm darüber lachen zu können.

Vor allem aber erinnern wir uns an seine Geduld und Mühe, die er in jeden von uns investiert hat, um sicherzustellen, dass wir die Unterrichtsthemen wirklich verstanden haben.  Und daran, dass er uns alle wertgeschätzt hat und an jeden Einzelnen von uns, unabhängig von unseren Leistungen, geglaubt hat. Das Leben eines Menschen wird nicht nur in Jahren gemessen, es wird daran gemessen, wie viele Herzen es berührt hat.

Oliver Heimrod hat über die vielen Jahre die er hier an unserer Schule gearbeitet hat viele Schüler Herzen, aber auch unzählige Lehrer Herzen durch seine engagierte und  humorvolle Art berührt. Und genau deshalb wird Herr Heimrod unter uns weiterleben und uns auf unserem weiteren Wege begleiten…Nicht mehr sichtbar, aber dafür unvergesslich in unseren Herzen.

Nun wollen wir, als sein Bio-Leistungskurs, und somit als die Schüler, die persönlich mit ihm am meisten zu tun hatten, uns von ihm als besten Biolehrer, aber auch als tollen Menschen verabschieden und seiner hier heute gedenken.

In diesem Sinne, Tschüssi, Herr Heimrod.”