Teamteaching mit Geige und Bogen

Die Rabenklasse durfte unter fachkundiger Anleitung einen ganzen Schulvormittag die Geige ausprobieren. Spielerisch, in Partnerarbeit, mit viel Fantasie und Bewegung, lernten die Kinder Grundlagen von Haltung und Handhabung kennen. Sie musizierten mit viel Freude auf leeren Saiten zu verschiedenen Rhythmen und Liedern. Klavier, Bodypercussion, Singen und Trommeln ergänzten das Klassenarrangement. Zum Schluss bekam jedes Kind eine Urkunde und durfte am Abschlusskonzert für eine Parallelklasse mitwirken.

Herzlichen Dank an die Kolleginnen Frau Schulze, unsere neue Musiklehrerin, und Frau Gemmeker, Geigenlehrerin von der Musikschule, für die Bereitschaft, diesen Tag mit uns zu gestalten und für ihr zugewandtes Engagement. Dank auch an die Musikschule Paul-Hindemith, die uns einige der Geigen zur Verfügung stellte, sowie an den Förderverein der ESN für die finanzielle Unterstützung.

Die Raben kommentierten den Tag mit: „Das war cool, könnten wir jetzt öfter machen!“

Text: Gabriele Kind, Fotos: Petra Maciejewski

Gedenkstättenfahrt ins KZ Auschwitz

Bericht eines Schülers

Neben den MSA-Prüfungen im Frühjahr steht für jede 10. Klasse im November die Gedenkstättenfahrt an. Für drei bis vier Tage besuchen die Schüler dabei verschiedene Konzentrationslager. Manche Klassen bleiben in Deutschland und besuchen das KZ in Ravensbrück oder Sachsenhausen. Meine Klasse reiste jedoch nach Krakau und wurden durch die Gedenkstätte in Auschwitz geführt.

Im Geschichtsunterricht hatten wir schon mehrere Wochen mit Hilfe einer Stationsarbeit dieses Thema behandelt, aber auch im Religionsunterricht hatten wir das Naziregime als Thema. Wir verfügten also über ein gewisses Vorwissen, als wir in den Bus nach Polen stiegen.

Mit Verspätung kamen wir schließlich in der Stadt an, den unser Bus hatte auf der Fahrt eine Panne gehabt und musste ausgetauscht werden. Deshalb nutzen wir den ersten Abend in unserem Hotel lediglich zur Erholung von den kleinen Turbulenzen.

Am nächsten Morgen saßen wir nach dem Frühstück gegen 8 Uhr erneut im Bus und es dauerte eine knappe Stunde, bis wir die Gedenkstätte Auschwitz erreichten. Die Stimmung unserer gesamten Gruppe war trüb und während der ungefähr dreistündigen Führung durch das Stammlager Auschwitz wechselten wir kaum Worte.

Über dem Eingang des Lagers stehen in großen Lettern die Worte »Arbeit macht frei«. Natürlich hatten meine Klassenkameraden und ich diese schon mehrmals auf Bildern gesehen, dennoch machte es nochmal einen stärkeren Eindruck, diesen Satz nun in der Realität zu sehen. In der Folge wurden wir durch die ehemalige Kaserne geführt, die 1940 von den Nazis zu einem Konzentrationslager umfunktioniert wurde. Wir begutachteten verschiedene Ausstellungen im Inneren der Häuser, in die damals hunderte Juden gepfercht wurden.

In der wohl eindrucksvollsten Ausstellung wurden in riesigen Vitrinen das Hab und Gut, welches die Nazis den gefangenen Juden abgenommen hatten, gezeigt. So lagen hinter einer Glasscheibe eine unüberschaubare Menge Schuh­bürsten und da man uns erzählte, dass damals jede Familie eine solche besaß, war schnell klar, dass jede einzelne dieser Schuhbürsten für eine jüdische Familie stand, die nach Auschwitz deportiert worden war.

Abscheulich war es auch zu sehen, wie sich die Nazis nicht mit dem Besitz der Juden zufriedengaben. Zusätzlich wurden die Menschen geschoren und ihre Haare zum Weben von Teppichen verwendet und auch nach dem Tod rissen die Nazis ihnen ihre Goldzähne heraus.

Uns wurde auch gezeigt, wie Juden bestraft wurden, die nicht den Befehlen folgten. So wurden Juden über die Nacht zu dritt in eine kleine Zelle von einem knappen Quadratmeter gesperrt, in der es unmöglich war, sich von der unmenschlichen Arbeit zu erholen. Am nächsten Morgen wurde sie wieder hinaus zum Arbeiten gelassen, nur um am späten Abend wieder in diese Zelle gehen zu müssen. Die sofortige Exekution war hierbei noch eine gnädige Strafe.

Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Auschwitz II (Birkenau). Der Ort, in dem die Juden systematisch vergast wurden, nachdem die Nazis die »Endlösung der Judenfrage« beschlossen hatten. Das Gelände ist deutlich weitläufiger, als das des Stammlagers und man bemerkt sofort, dass Birkenau systematisch als Konzentrationslager angelegt wurde.

Im Gegensatz zu Auschwitz I ist Birkenau jedoch nicht gut erhalten. Die meisten Holzhütten hatten die Nazis abgerissen, da das Holz gegen Kriegsende knapp wurde und auch die Krematorien hatten sie vor dem Anrücken der Roten Armee zerstört. Niemand sollte Beweise für den begangenen Massenmord vorfinden.

Nach sechs Stunden war die Führung schlussendlich beendet und wir fuhren zu unserem Hotel zurück. Am Abend trafen wir uns nochmal und sprachen über unsere Eindrücke und über die vielen Dinge, die uns während der Führung erzählt wurden. Alle von uns waren überzeugt davon, dass es wichtig ist, eine solche Gedenkstätte zu besuchen, um zu sehen, welche schrecklichen Verbrechen die Nazis begangen haben und um zu verhindern, dass so etwas erneut passiert.