Besuch aus Brasilien

Am 29. Januar 2020 besuchten uns 12 angehende Deutschlehrer aus Brasilien. Sie sind Studenten des Instituto de Formação de Professores de Língua Alemã (IFPLA) und befanden sich auf einer Rundreise durch Deutschland. Ziel dieser Reise war es Deutschland und dessen Bildungslandschaft kennenzulernen. In drei Gruppen hospitierten die Studenten im Unterricht.

Daneben hielt jede der drei Gruppen in einer Lerngruppe eine Schulstunde zum Thema „Brasilien“. Die angehenden Lehrer aus Brasilien interessierten sich für den jahrgangsübergreifenden Unterricht in unserer Grundschule und das Differenzierungskonzept der Sekundarstufe 1. In einem anschließenden Gespräch mit dem Schulleiter der Evangelischen Schule Neukölln wurde das Schulkonzept der ESN diskutiert.

Abgedreht – Filmprojekt der Klasse 5a

Als nach den Sommerferien ein Mädchen unserer Klasse vorschlug, am Schülerwettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teilzunehmen, waren alle begeistert. Schnell war uns klar, dass wir einen Film im Format der Kindernachrichtensendung Logo drehen wollten. Die meisten von uns schauen regelmäßig diese Sendung und so erschien es spannend, eigene Kindernachrichten zu gestalten. Weil keiner von uns bisher einen Film gedreht hatte, nahmen wir Kontakt zu dem Bildungszentrum „die gelbe Villa“ in Kreuzberg auf. Dort leiteten uns andere Kinder, die so genannten „gelben Zitronen“, nachmittags an, Filme zu drehen und ein Studio einzurichten. Auch einen Teil des Equipments liehen wir dort aus.
Die Berliner Mauer war ein Thema, das uns interessierte und die Stadt Berlin wegen der Feierlichkeiten gerade beschäftigte. Wir versuchten die historischen Hintergründe zu verstehen und drehten Erklärfilme, interviewten Zeitzeugen und filmten die Bänder, die wir vor den Herbstferien beschriftet hatten und die nun als Installation am Brandenburger Tor hingen. Wir wollten aber auch über andere Themen berichten, für die wir uns engagierten. Einige von uns hatten an den Fridays-for-Futures-Demonstrationen teilgenommen, andere hatten T-Shirts gedruckt und verkauft, um das Geld dem WWF zu spenden und damit bedrohten Berggorillas zu helfen, wieder andere engagierten sich in einem Mädchenfußballteam.

Nun begannen wir in Gruppen zu recherchieren. Heike, eine Medienpädagogin, kam zusätzlich für einige Stunden in die Schule und erklärte uns, wie man ein Storyboard zeichnet und was man beim Einsprechen der Texte und beim Filmen beachten sollte. Für unsere Legefilme und den Studiohintergrund malten wir Bilder, die wir abfotografierten. Es war nicht immer einfach, die dazugehörigen Texte fehlerfrei einzusprechen. Es konnten auch nicht alle, die wollten, Moderatoren werden. Daher führten wir ein „Moderatorencasting“ durch und stimmten in geheimer Wahl ab. Das Studio bauten wir für drei Tage in der Schule auf. Alle Dreharbeiten machten uns sehr viel Spaß, sie waren aber auch herausfordernd. Für die Interviews im Fußballverein brauchten wir Drehgenehmigungen. Bei der Straßenumfrage mussten wir uns überwinden, wildfremde Menschen anzusprechen und sie freundlich für ein Interview zu gewinnen. Manchmal vergaßen wir auch, den Ton mitlaufen zu lassen. Wir gewöhnten uns deshalb an feste Abläufe: Ton läuft, Kamera läuft und Action!
Wir finden es toll, dass wirklich jedes Kind aus der Klasse zu diesem Film beigetragen hat. Wir haben gelernt, dass Filmarbeit am besten in einem großen Team gelingt. Manche von uns standen vor der Kamera, andere dahinter. Wir wechselten uns ab. Mal war der eine, mal die andere Regisseurin, Ton- oder Kameramann bzw. Kamerafrau. Am Ende sind wir sehr stolz darauf, dass wir alles selbst gedreht haben. Auch die Musik ist selbst gespielt. Wir wissen jetzt aber auch, wie viel Arbeit hinter den Filmen steckt, die wir so gerne sehen. Und dabei haben wir den Film noch nicht einmal selbst geschnitten. Glücklicherweise hatten wir Cutter in der Elternschaft, die am Ende das Material zu einem Film zusammenfügten.

Hier geht´s zum Film.

 

Teamteaching mit Geige und Bogen

Die Rabenklasse durfte unter fachkundiger Anleitung einen ganzen Schulvormittag die Geige ausprobieren. Spielerisch, in Partnerarbeit, mit viel Fantasie und Bewegung, lernten die Kinder Grundlagen von Haltung und Handhabung kennen. Sie musizierten mit viel Freude auf leeren Saiten zu verschiedenen Rhythmen und Liedern. Klavier, Bodypercussion, Singen und Trommeln ergänzten das Klassenarrangement. Zum Schluss bekam jedes Kind eine Urkunde und durfte am Abschlusskonzert für eine Parallelklasse mitwirken.

Herzlichen Dank an die Kolleginnen Frau Schulze, unsere neue Musiklehrerin, und Frau Gemmeker, Geigenlehrerin von der Musikschule, für die Bereitschaft, diesen Tag mit uns zu gestalten und für ihr zugewandtes Engagement. Dank auch an die Musikschule Paul-Hindemith, die uns einige der Geigen zur Verfügung stellte, sowie an den Förderverein der ESN für die finanzielle Unterstützung.

Die Raben kommentierten den Tag mit: „Das war cool, könnten wir jetzt öfter machen!“

Text: Gabriele Kind, Fotos: Petra Maciejewski

Gedenkstättenfahrt ins KZ Auschwitz

Bericht eines Schülers

Neben den MSA-Prüfungen im Frühjahr steht für jede 10. Klasse im November die Gedenkstättenfahrt an. Für drei bis vier Tage besuchen die Schüler dabei verschiedene Konzentrationslager. Manche Klassen bleiben in Deutschland und besuchen das KZ in Ravensbrück oder Sachsenhausen. Meine Klasse reiste jedoch nach Krakau und wurden durch die Gedenkstätte in Auschwitz geführt.

Im Geschichtsunterricht hatten wir schon mehrere Wochen mit Hilfe einer Stationsarbeit dieses Thema behandelt, aber auch im Religionsunterricht hatten wir das Naziregime als Thema. Wir verfügten also über ein gewisses Vorwissen, als wir in den Bus nach Polen stiegen.

Mit Verspätung kamen wir schließlich in der Stadt an, den unser Bus hatte auf der Fahrt eine Panne gehabt und musste ausgetauscht werden. Deshalb nutzen wir den ersten Abend in unserem Hotel lediglich zur Erholung von den kleinen Turbulenzen.

Am nächsten Morgen saßen wir nach dem Frühstück gegen 8 Uhr erneut im Bus und es dauerte eine knappe Stunde, bis wir die Gedenkstätte Auschwitz erreichten. Die Stimmung unserer gesamten Gruppe war trüb und während der ungefähr dreistündigen Führung durch das Stammlager Auschwitz wechselten wir kaum Worte.

Über dem Eingang des Lagers stehen in großen Lettern die Worte »Arbeit macht frei«. Natürlich hatten meine Klassenkameraden und ich diese schon mehrmals auf Bildern gesehen, dennoch machte es nochmal einen stärkeren Eindruck, diesen Satz nun in der Realität zu sehen. In der Folge wurden wir durch die ehemalige Kaserne geführt, die 1940 von den Nazis zu einem Konzentrationslager umfunktioniert wurde. Wir begutachteten verschiedene Ausstellungen im Inneren der Häuser, in die damals hunderte Juden gepfercht wurden.

In der wohl eindrucksvollsten Ausstellung wurden in riesigen Vitrinen das Hab und Gut, welches die Nazis den gefangenen Juden abgenommen hatten, gezeigt. So lagen hinter einer Glasscheibe eine unüberschaubare Menge Schuh­bürsten und da man uns erzählte, dass damals jede Familie eine solche besaß, war schnell klar, dass jede einzelne dieser Schuhbürsten für eine jüdische Familie stand, die nach Auschwitz deportiert worden war.

Abscheulich war es auch zu sehen, wie sich die Nazis nicht mit dem Besitz der Juden zufriedengaben. Zusätzlich wurden die Menschen geschoren und ihre Haare zum Weben von Teppichen verwendet und auch nach dem Tod rissen die Nazis ihnen ihre Goldzähne heraus.

Uns wurde auch gezeigt, wie Juden bestraft wurden, die nicht den Befehlen folgten. So wurden Juden über die Nacht zu dritt in eine kleine Zelle von einem knappen Quadratmeter gesperrt, in der es unmöglich war, sich von der unmenschlichen Arbeit zu erholen. Am nächsten Morgen wurde sie wieder hinaus zum Arbeiten gelassen, nur um am späten Abend wieder in diese Zelle gehen zu müssen. Die sofortige Exekution war hierbei noch eine gnädige Strafe.

Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Auschwitz II (Birkenau). Der Ort, in dem die Juden systematisch vergast wurden, nachdem die Nazis die »Endlösung der Judenfrage« beschlossen hatten. Das Gelände ist deutlich weitläufiger, als das des Stammlagers und man bemerkt sofort, dass Birkenau systematisch als Konzentrationslager angelegt wurde.

Im Gegensatz zu Auschwitz I ist Birkenau jedoch nicht gut erhalten. Die meisten Holzhütten hatten die Nazis abgerissen, da das Holz gegen Kriegsende knapp wurde und auch die Krematorien hatten sie vor dem Anrücken der Roten Armee zerstört. Niemand sollte Beweise für den begangenen Massenmord vorfinden.

Nach sechs Stunden war die Führung schlussendlich beendet und wir fuhren zu unserem Hotel zurück. Am Abend trafen wir uns nochmal und sprachen über unsere Eindrücke und über die vielen Dinge, die uns während der Führung erzählt wurden. Alle von uns waren überzeugt davon, dass es wichtig ist, eine solche Gedenkstätte zu besuchen, um zu sehen, welche schrecklichen Verbrechen die Nazis begangen haben und um zu verhindern, dass so etwas erneut passiert.